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Fantastische Sportler und wo sie zu finden sind

Quidditch_Sucher-und-Schnatz

von Salem M., 01.03.2019

Das klingt wie Zauberei: Am Pfingstwochenende passiert etwas Magisches bei uns im Norden. Die deutsche Meisterschaft im Quidditch kommt nach Tornesch bei Hamburg!Kein billiger Trick a la David Copperfield, sondern knallharter Kontaktsport. Man stelle sich darunter eine Mischung aus Rugby, Völkerball, Handball mit einer Prise Fangenspielen vor. Die Idee dazu hatte Autorin J.K. Rowling damals, als sie die Harry-Potter-Romane schrieb. Die Amerikaner Xander Manshel und Alex Benepe haben den Zauberersport 2005 in die Realität geholt. Und seither hat sich viel verändert.

Hier einmal die Regeln in Kürze: Jedes Team hat 7 Spieler*innen. Drei davon heißen Chaser (Jäger) und tragen ein weißes Stirnband. Sie versuchen den Quaffel – einen nicht ganz voll aufgepumpten Volleyball – durch die Torringe ihrer Gegner*innen zu werfen. Pro Tor gibt es zehn Punkte. Der Keeper (Hüter) mit dem grünen Kopfschmuck versucht, die gegnerischen Chaser genau davon abzuhalten. Zwei Beater (Treiber) unterstützen ihn dabei, indem sie gezielt Spieler*innen mit ihren Bludgern – Dodgeballs – abwerfen. Sie tragen ein schwarzes Stirnband. Wer von einem Bludger getroffen wurde, darf nicht am Spielgeschehen teilnehmen, bis er vom Besen abgestiegen und zu den eigenen Torringen zurückgelaufen ist. Das Spiel endet, wenn der Seeker (Sucher) den berühmten Schnatz gefangen hat. Das gibt zusätzlich 30 Punkte.

Das aktuelle Regelwerk der International Quidditch Association umfasst auf etwa 300 Seiten alles, was über diese Erklärungen hinaus geht. Sogar Details wie die Abmessungen der Schnatz-Socke sind darin festgelegt!

Vom College-Campus schwappte die Welle spätestens 2016 auch zu uns nach Deutschland hinüber; es war das Jahr der Quidditch-Weltmeisterschaft in Frankfurt am Main. Mit diesem Event startete ein regelrechter Boom, der innerhalb der letzten drei Jahre die Anzahl der Teams im deutschen Quidditchbund von einer Handvoll auf über 40 hochschnellen lies. In unserer Hansestadt gründete sich sogar ein Verein – der Quidditch Club Hamburg e.V.

Hier gehen die Hamburg Werewolves dem rasanten Besenspiel nach und freuen sich auf den Wettkampf mit Heimvorteil. Sie trainieren sonntags um 11 Uhr im Stadtpark auf der großen Festwiese. Neulinge sind jederzeit willkommen. Vor etwa zwei Jahren kam Katrin dazu. Mittlerweile ist sie Co-Captain des Hauptkaders und trainiert auch im Entwicklungsteam der Nationalmannschaft mit.

Für mich ist das Schönste an Quidditch, dass sich jeder ausprobieren und seinen Platz im Team finden kann. 

Zweimal sind die Wölfe schon Meister ihrer Regionalliga geworden – die Arbeit am Triple sieht bisher gut aus. Vielleicht wird es dieses Jahr ja auch der Titel “Deutscher Meister 2019″? Zumindest in die Top Fünf möchten die Lykaner wieder. Mit einigen Nationalspieler*innen im Team scheint das keine große Schwierigkeit zu werden. Aber die Konkurrenz ist stark, da heißt es an Pfingsten: Daumendrücken in Tornesch!

Hummel Hummel – Mond Mond! – So der Schlachtruf des Hamburger Rudels.

Foto: Van Klaveren – Quidditch Photography